Publiziert am: 04.01.2017

Besucherströme digital erfassen und besser verstehen

E-Destinorama Pilotprojekt

Mit Smartphone-Scannern wurden im Sommer 2016 erstmals touristische Besucherströme im Zürcher Oberland gemessen und ausgewertet. Das Pilotprojekt zeigte, wie sich Bewegungsmuster von Gästen digital erfassen lassen. Gleichzeitig wurde deutlich, welche Voraussetzungen für belastbare Daten erfüllt sein müssen. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden eine wichtige Grundlage für zukünftige Besucherstromanalysen im Tourismus.

Auf einen Blick

  • Besucherströme wurden an zehn touristischen Standorten digital gemessen.
  • Tausende anonymisierte mobile Geräte wurden erfasst und ausgewertet.
  • Erste Zusammenhänge zwischen einzelnen touristischen Hotspots konnten sichtbar gemacht werden.
  • Die Methode eignet sich besonders für Frequenzmessungen an Veranstaltungen und stark frequentierten Orten.
  • Das Pilotprojekt lieferte wertvolle Erkenntnisse für künftige Besucherstromanalysen.
  • Die Erfahrungen fliessen in neue Dienstleistungen für Destinationen und Regionen ein.
Ausgangslage

Projektbeschreibung / Ausgangslage / Ziele

Wie bewegen sich Gäste innerhalb einer Region? Welche touristischen Attraktionen werden miteinander kombiniert? Und welche Standorte verzeichnen die höchsten Besucherfrequenzen?

Mit diesen Fragestellungen startete das Pilotprojekt «E-Destinorama» im Zürcher Oberland. Zwischen Juni und September 2016 wurden an zehn ausgewählten touristischen Standorten Smartphone-Scanner installiert. Die Geräte erfassten anonymisierte Signale mobiler Endgeräte und übermittelten die Daten in eine zentrale Datenbank.

Die Ziele des Projekts waren:

  • Besucherfrequenzen an touristischen Standorten messen
  • Zusammenhänge zwischen verschiedenen Points of Interest (POI) erkennen
  • Bewegungsmuster von Gästen sichtbar machen
  • Potenziale für zukünftige Besucherstromanalysen evaluieren
Hürden, Lösung, Wirkung

Hürden / Herausforderungen

Die technische Erfassung funktionierte zuverlässig. Die grösste Herausforderung lag jedoch in der Interpretation der Daten.

Zwar wurden tausende anonymisierte Geräte registriert, jedoch konnten nur wenige Geräte an mehreren Standorten gleichzeitig nachgewiesen werden. Dafür gab es verschiedene Gründe:

  • Viele Leistungsträger standen touristisch nur begrenzt miteinander in Verbindung.
  • Das Zürcher Oberland wird stark von Tagesgästen besucht.
  • Tagesgäste konzentrieren sich häufig auf einzelne Highlights statt auf mehrere Attraktionen innerhalb derselben Reise.

Hinzu kamen technische und organisatorische Herausforderungen während der Pilotphase. Die Installation der Infrastruktur sowie die spätere Datenaufbereitung mussten laufend optimiert werden. Alle identifizierten Probleme konnten jedoch im Projektverlauf gelöst werden.

Lösung / Teilbereiche / Resultate

Das Projekt wurde in vier aufeinander abgestimmten Schritten umgesetzt:

Workshop
Definition der Projektziele
Auswahl der touristischen Hotspots
Festlegung der Messstandorte
Messen
Installation einer temporären Messinfrastruktur
Erfassung von Smartphone-Signalen vor Ort
Auswerten
Filterung der Daten nach touristischer Relevanz
Analyse von Frequenzen und Bewegungsmustern
Berichten
Erstellung eines Abschlussberichts
Gemeinsamer Auswertungsworkshop mit den beteiligten Leistungsträgern

Besonders wertvoll war die Plausibilisierung der Ergebnisse mit den Projektpartnern. Dadurch konnten die Daten mit den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort abgeglichen und besser eingeordnet werden.

Wirkung

Das Pilotprojekt bestätigte die grundsätzliche Eignung der Smartphone-Scanner-Methode zur Messung touristischer Besucherströme.

Zu den wichtigsten Erkenntnissen gehören:

  • Frequenzen können minutengenau, stundenweise oder tagesbezogen ausgewertet werden.
  • Besucheraufkommen an Veranstaltungen lassen sich effizient erfassen.
  • Bewegungsmuster zwischen touristischen Attraktionen werden sichtbar.
  • Die Daten liefern eine fundierte Grundlage für Angebots- und Infrastrukturentscheidungen.

Gleichzeitig zeigte das Projekt, dass die Qualität der Ergebnisse stark von einer sorgfältigen Planung der Messstandorte und Rahmenbedingungen abhängt.

Projektverantwortliche Person

Vorname Name

Die Pilotphase hat gezeigt, welches Potenzial in der digitalen Messung von Besucherströmen steckt und welche Voraussetzungen für aussagekräftige Ergebnisse geschaffen werden müssen.

Ausblick

Was bedeuten die Erkenntnisse?

Die Erkenntnisse aus dem E-Destinorama Pilotprojekt bilden die Grundlage für die Weiterentwicklung digitaler Besucherstromanalysen im Schweizer Tourismus.

Die TSO konnte während der Pilotphase wertvolle Erfahrungen bei der Datenerfassung, Datenaufbereitung und Interpretation sammeln. Dieses Wissen fliesst in zukünftige Projekte ein und unterstützt Destinationen sowie Regionen dabei, Besucherströme besser zu verstehen und datenbasierte Entscheidungen zu treffen.

Ein besonderer Dank gilt dem Projektpartner Swisscom sowie den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Graubünden, St. Gallen, Thurgau und Zürich (Pro Zürcher Berggebiet), welche das Projekt im Rahmen des NRP-Projekts «E-Kompetenzzentrum+ – E-Destinorama» unterstützt haben.

Auf Kurs mit datenbasierten Entscheidungen

Besucherströme verstehen bedeutet, touristische Angebote gezielter weiterzuentwickeln. Die TSO unterstützt Destinationen dabei, relevante Daten nutzbar zu machen und daraus konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten. Ein unverbindlicher Kaffee-Talk zeigt auf, welche Möglichkeiten heute bestehen.

Weitere Informationen zum Projekt:

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