Publiziert am: 01.07.2016

Besucherströme digital messen im Zürcher Berggebiet

E-Destinorama im Pro Zürcher Berggebiet

Digitale Besucherstrommessung liefert wertvolle Einblicke in das Reiseverhalten von Gästen. Im Rahmen des Projekts E-Destinorama wurden im Zürcher Berggebiet erstmals touristische Frequenzen mittels Smartphone-Signalen erfasst und analysiert. Der Pilotversuch schuf wichtige Grundlagen für datenbasierte Entscheidungen im Destinationsmanagement.

Auf einen Blick

  • Pilotprojekt zur digitalen Messung touristischer Besucherströme
  • Erfassung von Wifi- und Bluetooth-Signalen an zehn Standorten
  • Vollständig anonymisierte und verschlüsselte Datenauswertung
  • Entwicklung gemeinsam mit touristischen Leistungsträgern
  • Erkenntnisse über Bewegungsmuster und Besuchskombinationen
  • Grundlage für zukünftige Besucherstromanalysen in Destinationen
Ausgangslage

Wie lassen sich Besucherströme digital erfassen?

Im Rahmen des NRP-Projekts «E-Kompetenzzentrum+ – E-Destinorama» führte die TSO AG einen Pilotversuch zur digitalen Besucherstrommessung im Pro Zürcher Berggebiet durch. Ziel war es, touristische Bewegungen und Zusammenhänge zwischen verschiedenen Angeboten besser zu verstehen.

Dafür wurden an zehn ausgewählten Standorten mobile Geräte über Wifi- und Bluetooth-Signale erkannt. Die erfassten Daten wurden in eine zentrale Datenbank übertragen und anschliessend ausgewertet.

Besonderes Augenmerk lag auf dem Datenschutz. Sämtliche Daten wurden verschlüsselt und anonymisiert verarbeitet. Rückschlüsse auf einzelne Personen waren zu keinem Zeitpunkt möglich.

Die Messung sollte unter anderem folgende Fragen beantworten:

  • Besuchen Gäste mehrere touristische Angebote während ihres Aufenthalts?
  • Welche Standorte werden besonders häufig kombiniert?
  • Erfolgen Besuche an einem Tag oder über mehrere Tage verteilt?
  • Welche Bewegungsmuster lassen sich innerhalb der Region erkennen?
Hürden, Lösung, Wirkung

Wie entsteht eine repräsentative Messung?

Bereits vor Projektstart wurden die Anforderungen in zwei Workshops gemeinsam mit Leistungsträgern und regionalen Partnern erarbeitet.

Eine zentrale Herausforderung bestand darin, aus zahlreichen möglichen Standorten eine begrenzte Anzahl von Messpunkten auszuwählen. Aus Ressourcengründen konnten lediglich zehn sogenannte Points of Interest berücksichtigt werden.

Weitere Herausforderungen waren:

  • Auswahl möglichst aussagekräftiger Messstandorte
  • Technische Installation der temporären Infrastruktur
  • Sicherstellung der Datenqualität
  • Berücksichtigung datenschutzrechtlicher Anforderungen

Trotz dieser Rahmenbedingungen war das Interesse der beteiligten Organisationen und Leistungsträger sehr gross.

Lösung: Vier Schritte zur Besucherstromanalyse

Die Umsetzung erfolgte in einem klar strukturierten Prozess:

Workshop
Definition relevanter Systempartner
Auswahl touristischer Hotspots mit potenziellen Besucherströmen
Messen
Installation temporärer Messinfrastruktur
Erfassung von Wifi- und Bluetooth-Signalen
Auswerten
Filterung der Daten nach touristischer Relevanz
Analyse von Bewegungs- und Besuchsmustern
Berichten
Aufbereitung der Erkenntnisse
Präsentation der Ergebnisse im Rahmen eines Workshops

Wirkung: Welche Erkenntnisse brachte der Pilotversuch?

Der Pilotversuch zeigte das Potenzial digitaler Besucherstrommessung für touristische Destinationen auf. Die gewonnenen Erfahrungen halfen dabei, technische und organisatorische Grundlagen für zukünftige Anwendungen zu schaffen.

Besonders wertvoll waren:

  • Erkenntnisse über die Machbarkeit der digitalen Datenerhebung
  • Erfahrungen im Umgang mit anonymisierten Bewegungsdaten
  • Rückmeldungen von Leistungsträgern und Projektpartnern
  • Grundlagen für die Weiterentwicklung datenbasierter Tourismuslösungen
Projektverantwortliche Person, TSO AG

Vorname Name

Das Projekt hat gezeigt, wie digitale Daten helfen können, touristische Zusammenhänge besser zu verstehen. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden eine wichtige Grundlage für zukünftige Besucherstromanalysen in Destinationen.

Ausblick

Was bedeuten die Erkenntnisse für zukünftige Destinationen?

Die Erfahrungen aus dem Pilotversuch flossen direkt in die Weiterentwicklung von Dienstleistungen zur Messung und Analyse touristischer Besucherströme ein.

Das Projekt zeigte früh auf, welches Potenzial in datenbasierten Entscheidungen für Destinationen liegt. Die Erkenntnisse aus dem Zürcher Berggebiet und den vorgängigen Messungen im Heidiland bildeten wichtige Grundlagen für spätere Entwicklungen im Bereich Destinationsmanagement und Tourismusdaten.

Dank

Die TSO AG bedankt sich bei den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Graubünden, St. Gallen, Thurgau und Zürich (Pro Zürcher Berggebiet) für die finanzielle Unterstützung im Rahmen des NRP-Projekts «E-Kompetenzzentrum+ – E-Destinorama».

Weitere Informationen zum Projekt:

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