Publiziert am: 09.04.2026

Open.Frontend: Wie Tourismuswebsites schneller und effizienter entstehen

Open.Frontend

Ein Framework statt immer wieder bei null zu beginnen. Mit Open.Frontend entstand eine offene, wiederverwendbare Grundlage für moderne Tourismuswebsites. Das Innotour-Projekt standardisiert wiederkehrende Frontend-Komponenten, reduziert den Projektaufwand und schafft eine skalierbare Basis für Destinationen in der Schweiz.

Auf einen Blick

  • Open.Frontend ist ein Open-Source-Framework für touristische Websites.
  • Das Framework standardisiert Frontend-Komponenten und reduziert konzeptionelle Vorarbeiten.
  • Die erste Pilotplattform ging 2024 mit St.Gallen-Bodensee Tourismus live.
  • Bis Ende 2025 wurden fünf weitere Destinationen erfolgreich migriert.
  • Das Framework ist backend-unabhängig, barrierefrei und für OpenData-Anbindungen ausgelegt.
  • Die Ergebnisse stehen der gesamten Tourismusbranche frei zur Verfügung.
Ausgangslage

Warum braucht der Tourismus ein gemeinsames Frontend?

Viele Tourismusorganisationen stehen bei einem Website-Relaunch vor denselben Aufgaben. Anforderungen werden neu definiert, Komponenten erneut entwickelt und technische Grundlagen mehrfach aufgebaut. Das kostet Zeit, Ressourcen und erschwert die Zusammenarbeit zwischen Destinationen.

Mit Open.Frontend verfolgte TSO deshalb ein anderes Ziel: Statt einzelne Websites zu entwickeln, sollte eine gemeinsame technische Grundlage entstehen, die sich von mehreren Organisationen nutzen und weiterentwickeln lässt. Das Projekt wurde gemeinsam mit sechs Migrationspartnern und zwei Evaluationspartnern im Rahmen von Innotour umgesetzt.

Ziele des Projekts

  • Frontend-Komponenten standardisieren
  • Projektaufwand bei neuen Websites reduzieren
  • Backend-unabhängige Architektur entwickeln
  • Open-Source-Lösung für die Branche schaffen
  • Wiederverwendbare technische Dokumentation bereitstellen
Hürden, Lösung, Wirkung

Wie entwickelt man eine Lösung für mehrere Destinationen?

Die technische Entwicklung war nur ein Teil des Projekts. Ebenso wichtig war es, unterschiedliche Anforderungen verschiedener Destinationen in einer gemeinsamen Architektur zusammenzuführen.

Besonders anspruchsvoll waren:

  • unterschiedliche Systemlandschaften der Projektpartner
  • Integration verschiedener Datenquellen und Schnittstellen
  • erstmalige Anbindung an discover.swiss als Proof of Concept
  • parallele Migration bestehender Webseiten
  • Umsetzung nach den Anforderungen der Barrierefreiheit (WCAG 2.0)

Im Projektverlauf zeigte sich zudem, dass insbesondere die Integration neuer Middleware, umfangreiche Tests und zusätzliche Anforderungen einzelner Destinationen mehr Aufwand verursachten als ursprünglich geplant. Die daraus entstandenen Mehrkosten wurden vollständig durch die Projektpartner getragen.

Wie wurde Open.Frontend umgesetzt?

Im Mittelpunkt stand nicht ein einzelnes Websiteprojekt, sondern ein modulares Frontend-Framework, das sich flexibel an unterschiedliche Destinationen anpassen lässt.

Zu den wichtigsten Bestandteilen gehören:

  • standardisierte Komponenten für touristische Inhalte
  • offene Dokumentation für Entwickler
  • öffentlich verfügbares Git-Repository
  • backend-unabhängige Architektur
  • Integration von discover.swiss
  • Unterstützung von Headless-CMS-Architekturen
  • strukturierte Daten und moderne SEO-Grundlagen
  • Barrierefreiheit nach WCAG

Durch die konsequente Wiederverwendung von Komponenten können neue Tourismuswebsites deutlich schneller aufgebaut werden. Gleichzeitig bleiben individuelle Designs und Markenauftritte jeder Destination erhalten.

Welche Wirkung zeigt das Framework heute?

Der erste Praxiseinsatz erfolgte mit St.Gallen-Bodensee Tourismus, dessen neue Website im Oktober 2024 veröffentlicht wurde. Darauf aufbauend entstanden innerhalb der Skalierungsphase weitere Plattformen für Thurgau Tourismus, Heidiland, Schaffhauserland, Toggenburg und Visit Glarnerland.

Die Projekterfahrungen zeigen mehrere nachhaltige Effekte:

  • weniger konzeptioneller Aufwand bei neuen Projekten
  • standardisierte Integrationsprozesse
  • höhere Wiederverwendbarkeit von Komponenten
  • gemeinsame Weiterentwicklung über mehrere Destinationen hinweg
  • Open-Source-Nutzung auch ausserhalb des ursprünglichen Projektkonsortiums

Ein Vergleich mit früheren Projekten zeigt zudem, dass sich der Gesamtprojektaufwand durch die Standardisierung gegenüber vergleichbaren Websiteprojekten um rund 50 Prozent reduzieren lässt. Die grössten Effizienzgewinne entstehen durch den Wegfall wiederkehrender Konzeptarbeiten sowie klar definierte Integrationsmuster.

Ausblick

Wie entwickelt sich Open.Frontend weiter?

Mit dem Projektabschluss endet die Entwicklung nicht. Das Framework wird unter einer GPL-Open-Source-Lizenz kontinuierlich weiterentwickelt und öffentlich dokumentiert. Regelmässige Releases, Security-Updates sowie neue Funktionen sorgen dafür, dass Open.Frontend langfristig aktuell bleibt.

Bereits heute nutzen mehrere Destinationen das Framework produktiv. Weitere Organisationen können den offenen Ansatz übernehmen, eigene Erweiterungen entwickeln oder bestehende Komponenten weiterverwenden. Damit entsteht Schritt für Schritt eine gemeinsame digitale Infrastruktur für den Schweizer Tourismus.

Fazit TSO

Open.Frontend zeigt, dass Digitalisierung nicht bei jeder Organisation neu beginnen muss. Gemeinsame Standards schaffen Freiräume für das, was Destinationen wirklich unterscheidet: ihre Inhalte, ihre Marke und das Gästeerlebnis.

Weitere Infos?

Mehr Informationen zum Framework, zur technischen Dokumentation und zu den Einsatzmöglichkeiten finden sich auf tourismusweb.site.