Wie ein Land seine digitale Präsenz neu organisiert
Tourismus-Website Liechtenstein
Ein Ländle. Viele Gesichter. Ein Multiportal. Liechtenstein hat seine digitale Präsenz grundlegend neu aufgebaut. Aus mehreren voneinander getrennten Plattformen entstand ein vernetztes System mit klaren Strukturen. Das Ergebnis: ein einheitlicher Markenauftritt, effizientere Prozesse und eine skalierbare Grundlage für zukünftige digitale Projekte.
Auf einen Blick
- Liechtenstein bündelt seine digitale Präsenz in einem zentralen Multiportal.
- Drei bisher getrennte Plattformen wachsen zu einem vernetzten System zusammen.
- Ein Content-Hub ermöglicht die zentrale Pflege und mehrfache Nutzung von Inhalten.
- Strukturierte Daten stärken Auffindbarkeit, Markenauftritt und Arbeitsprozesse.
- Mehrsprachigkeit, Barrierefreiheit und OpenData wurden von Beginn an mitgedacht.
- Das System bildet die Grundlage für weitere Websites und Microsites.
Wie entsteht ein Multiportal für ein ganzes Land?
Die digitale Landschaft von Liechtenstein Tourismus war über Jahre gewachsen. Mehrere Plattformen erfüllten unterschiedliche Aufgaben, arbeiteten jedoch unabhängig voneinander. Inhalte mussten mehrfach gepflegt werden, Prozesse unterschieden sich und ein konsistenter Gesamtauftritt fehlte.
Zu den bestehenden Plattformen gehörten:
Für eine nationale Tourismusorganisation betrifft eine solche Ausgangslage weit mehr als das Design einer Website. Sie beeinflusst die Markenwahrnehmung, erschwert die Auffindbarkeit von Informationen und erhöht den Aufwand in der täglichen Content-Pflege.
Das Ziel war deshalb klar: eine moderne, barrierefreie und zukunftsfähige digitale Plattform, die Inhalte zentral verwaltet und über mehrere Websites hinweg effizient ausspielt.
Wo wurde das Projekt anspruchsvoll?
Die eigentliche Herausforderung lag nicht auf der sichtbaren Oberfläche, sondern in der Organisation dahinter. Inhalte, Systeme und Arbeitsweisen mussten neu gedacht und aufeinander abgestimmt werden.
Besonders anspruchsvoll waren:
- Projektkomplexität auf nationaler Ebene: Viele Anspruchsgruppen mit unterschiedlichen Anforderungen arbeiteten auf ein gemeinsames Ziel hin.
- Mehrsprachigkeit als Standard: Inhalte sollten konsistent und aktuell in mehreren Sprachen verfügbar sein.
- Neue Arbeitsweisen im Alltag: Unterschiedliche Teams mussten neue Rollen übernehmen und gemeinsame Abläufe etablieren.
Wie wurde das Multiportal umgesetzt
Mit der neuen Tourismus-Website entstand kein klassischer Relaunch, sondern ein zentrales digitales Fundament. Herzstück bildet ein Content-Hub, der Inhalte einmalig verwaltet und auf mehrere Plattformen verteilt.
Zum neuen System gehören unter anderem:
- zentraler Content-Hub für die Datenverwaltung
- strukturierte Daten als Basis für OpenData
- ein gemeinsames Designsystem mit individuellen Anpassungen je Website
- barrierefreie Umsetzung gemäss WCAG-Standard
- KI-gestützte Mehrsprachigkeit
- skalierbare Architektur für zukünftige Websites und Microsites
Dadurch werden Inhalte heute deutlich effizienter gepflegt und können flexibel für verschiedene Anwendungen genutzt werden.
Welche Wirkung zeigt sich heute im Alltag?
Bereits heute zeigt sich der Nutzen des neuen Systems in der täglichen Arbeit:
- konsistenter Markenauftritt über alle Plattformen hinweg
- deutlich geringerer Aufwand bei der Content-Pflege
- stabile Grundlage für weitere Digitalisierungsprojekte
- niedrigere Absprungraten
- längere Aufenthaltsdauer auf den Websites
Hans Muster
Wir wollten kein neues Kleid für die Website. Wir wollten ein neues Fundament.(…)
Wie geht die digitale Reise weiter?
Das Multiportal bildet inzwischen die Grundlage für weitere digitale Projekte. Websites wie liechtenstein.li und staatsfeiertag.li setzen bereits auf derselben technischen Basis. Weitere Microsites befinden sich in Planung.
Der entscheidende Unterschied: Neue Projekte entstehen nicht mehr isoliert, sondern als Teil eines gemeinsamen Systems. Das reduziert den Aufwand, verbessert die Wiederverwendbarkeit von Inhalten und schafft eine langfristig tragfähige digitale Infrastruktur.
Für andere Tourismusorganisationen zeigt das Projekt: Der Erfolg eines Digitalisierungsprojekts beginnt selten mit der Technik. Entscheidend sind klare Prozesse, strukturierte Inhalte und eine gemeinsame strategische Grundlage. Wer diese zuerst schafft, legt den Grundstein für nachhaltige digitale Entwicklungen.
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